Ukrainischer Standard

März 21st, 2008
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Quadratisch, Praktisch.jpg

Endlich ist der Winter vorbei und damit meine letzte Hoffnung … die Hoffnung endlich Skifahren zu lernen.
Wobei ich diese schon vor einigen Wochen aufgegeben hatte, als ich genau zu diesem Zweck in die Ukraine gefahren war.
Warum gerade in die Karpaten, wenn ich nur eine Stunde entfernt von der nächsten Skipiste in den Alpen wohne? Einfach so, ich mag es halt exotisch, und so ist es auch geworden: Skiausleih-Stationen sind beispielsweise in den kleinen, charmanten, ehemaligen Eisenbahnwagons untergebracht, dafür entspricht die Skiausrüstung dem höchsten Standard “made in Germany” bzw. “imported from Germany”.

Seilbahn - Grüsse aus Österreich
Seilbahn - Grüsse aus Österreich

Selbst die Seilbahn entsprach mal dem Stand der Zeit, nämlich vor einigen Jahrzehnten als diese noch in Österreich den Skifahrern diente, bevor sie Anfang der 90er abmontiert und an den Osten weitergereicht wurde. Mit dem Standard ist es hier ohnehin so eine Sache. Man hat eigene Standards und versucht diesen auch best möglichst zu entsprechen.

Naturverbundenheit
Naturverbundenheit der Skistation

Wo sonst gehört Frühstücks-Cognac zum Standardgetränk der Skifahrer? Aber wie soll man sonst ohne Alkohol die Piste runterkommen, die dem ukrainischen Standard entspricht? Auch die Verpflegungsstationen auf der Piste mit frisch gegrilltem Schaschlik sorgen für den Mut der Skifahrer und offenbaren die Naturverbundenheit.

Skibus
Skibus

Wobei auch bis zur Piste muss man erst noch schaffen. Und dafür sorgen die besten zu Verfügung stehenden Transportmittel ukrainisch-sowietischer Bauart, passend zum Zustand der Straßen. Dieser steht auch voll und ganz im Einklang mit der Natur. Und ganz ehrlich, wozu braucht man überhaupt Standards, wenn das Leben ohne sie viel mehr Spaß macht?

Wie Fisch Wasser

März 11th, 2008
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Sieben Jahre sind schnell verflogen, seit ich meinen Fuss in den Buss gesetzt hatte und in die neue schöne Welt unter dem Namen “Deutschland” aufbrach… nur mit einer Tasche in der Hand, in der außer ein paar Schuhen, 2 T-Shirts, einer Hose und Unterwäsche, mein Hauptschatz lag – das Wörterbuch “Deutsch-Russisch / Russisch-Deutsch”. Was? Nur sieben Jahre? Und so ein perfektes Deutsch?

Danke, danke, aber so perfekt ist ja mein Deutsch auch nicht. “Doch, doch” sagen die anderen. “Du sprichst soooo fehlerfrei und akzentfrei. Woher kommst Du, eigentlich?”. Oh, mannnnnnn, blitzt in meinem Kopf auf. Denkt doch mal nach, wo spricht man sonst so akzentfrei?

Na klar, in der Ukraine, wo sonst? Aber nicht nur akzentfrei, sondern auch artikelfrei. Ja, wir sprechen artikelfrei dort, denn weder Russisch noch Ukrainisch hat dieses komplizierte Artikelgefüge: mal bestimmtes, mal unbestimmtes, mal mit, mal ohne, mal für Plural, mal für Singular. Nein, nein, nein…bei mir ist alles bestimmt und ich weiß, was, wen und wieviel davon ich will, ohne zu sagen “den” oder “einen”.

Auf unbewußter Ebene hat mich meine ukrainisch/russische Sprachidentität nie wirklich loslassen wollen. Als ich eines Tages Probleme mit meinem Rechner hatte und nicht mehr weiterwußte, in Panik und unbeholfen meinen damals noch in mich frischverliebten Freund ( er ist jetzt inwzischen mein immer wieder von mir frisch überraschter Mann) anrief und im fordenden Ton sagte: “Mein Lieber, Ich brauche Dich wie Fisch Wasser”.

Dass es keine Antwort eine Minute lang kommt, hatte ich nicht erwartet. Genauso wenig, wie mein Verliebter meinen Gefühlsausdruck “ich brauche dich wie Fischwasser” erwartet hatte. So sehr geliebt fühlt man sich selten wohl… Dabei war gerade doch nur das Gegenteil gemeint: “Eben, dass ich ihn wie ein Fisch das Wasser brauche”. In einem Wort, er ist für mich überlebenswichtig.

Ja, es sind schon 5 Jahre her, und mein nach wie vor liebster Ehemann weiß, mit meinen Emotionen, Gefühlsausbrüchen und -ausdrücken umzugehen. Er fügt halt selber die Artikel ein, oder lässt sie weg, sucht die richtigen aus und voila: Er hat die Worte, die er hören will.

Was willl man mehr in einer harmonischen Beziehung!

Wie aus einer anderen Zeit

August 7th, 2007
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Lenin und seine Nachfolger

Vor kurzem habe ich mit meinem Mann und Freunden eine Reise nach Kiew gemacht. Wo ist das? Eigentlich liegt die Stadt fast im geographischen Zentrum Europas. Mit einem Direktflug ist man aus München in nicht mal zwei Stunden dort. Wer hätte das gedacht? Kiew liegt also von München so weit entfernt wie Madrid oder Rom, wie Stockholm oder London. Geographisch zumindest. Kuturell und zeitgeistig ist die Entfernung allerdings viel größer.

Nostalgie und Pomp

Wenn man im Flieger ankommt, wird man bei der Passkontrolle gebeten, ein Formular auszufüllen, in dem man die Adresse seines Aufenthaltsortes in der Ukraine angeben muss. Viele Ausländer versetzt es natürlich in Panik: Oh, ich habe die Adresse gar nicht, ich werde abgeholt. Oder wie lautet denn die Strasse überhaupt? Diese kyrillischen Schriftzeichen sind so komisch. Es hilft nicht, Ausreden werden nicht akzeptiert. Dabei braucht man keine Angst zu haben, denn die Ortsangaben prüft ja eher keiner nach. Sie haben einfach vergessen, die Regeln aus früheren Zeiten abzuschaffen. Daher ruhig in das Feld “Adresse” Leninstrasse oder Karl-Marx-Platz, Karl-Liebknecht-Boulevard oder Rosa-Luxemburg-Gasse angeben. Die gibt es immer in jedem Ort.

Andere Länder, andere Sitten

August 7th, 2007
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Hauptsache - nicht zu heiss
Hauptsache - nicht zu heiss

Ich liebe reisen, denn andere Ländern andere Sitten, andere Städte, andere Mädchen. Diesmal bin ich wieder in Kiew im Zentrum, wo die Hochzeitspaaren Samstags zuhauf flanieren, begleitet von ihren Fotographen und Gästen. Ich liebe es da im Mitten des Geschehens zu stehen und mir die bunte Hochzeitszüge anzuschauen, die sich ein nach dem anderen abwechseln. Es ist so ein tolles Gefühl dabei, wie stell dir vor, du stehst in einem großen Saal, umgeben von Laufstegen, auf denen hin und zurück Models laufen. Na ja, nicht alles kann man als guten Geschmack oder Stil bezeichnen, aber wenn man es Kunst nennt, dann kann man jede Bekleidungsart darunter verkaufen. Dann auf die Kunst!

Some like it hot!

August 7th, 2007
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Hauptsache - nicht zu heiss

“Da haut’s einem die Birne raus!” sagte mein Mann und griff zum Fotoapparat, als wir durch die Strassen von Kiew flanierten. Na ja, er ist halt nicht an die anhaltende Hitze über 30 Grad gewöhnt. Das kennt er ja von Deutschland nicht, wo es meistens entweder lauwarm oder laukalt ist. Die Hitze, die in der Ukraine über Monate anhält, scheint nicht nur ihm die Birne rausgehauen zu haben. Wenn man an einem heißen sonnigen Tag in Kiew spazieren geht, erlebt man, wie verrückt oder gerade kreativ mancher oder manche auf der Flucht vor Überhitzung wird.

Kurz und Kühl

Dabei sind dieser Kreativität keine Grenzen gesetzt. Hemmschwellen kennt man (frau) hier sowieso nicht.Ganz in sind zur Zeit Kurzhosen zu high-heels in der weiblichen Sommer-Mode. Wie kurz soll aber die Kurzhose sein? Na ja, wie der Name schon sagt – kurz halt. Und je kürzer, desto cooler d.h. kühler. Passt also perfekt für einen heißen Sommer. Das gleiche gilt natürlich auch für Röcke bzw. Kurzröcke.

Abkühlung durch die Luftung

Dass Frauen diesbezüglich sehr einfallsreich sind, ist bekannt. Dass aber auch Männer ein Händchen für’s Trendsetten in der Sommer-Mode beanspruchen ist doch etwas ungewöhnlich. Was ist schon verkehrt daran, wenn es den Männer gegönnt wird, bei der Sommerhitze mal ohne Socken rumzulaufen? Oder ein Strick-T-Shirt mit Blümchen-Muster zu tragen? Dann ist doch besser zu sehen, wie muskulös und trainiert einer ist.